
Wie es wohl auch vielen anderen geht, mochte ich Tanz und Musik als Kind schon sehr gerne. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass ich schon früh als Gardemädchen auf der Bühne des KV «Änn de Bitt» Wahlen stand, mich als Tanzmariechen und im Showtanz versuchte und auch noch Klavierunterricht nahm.
Mein Klavierlehrer konnte sein Fach wirklich vermitteln, Showtanz war auch ganz nett doch «der Funke» sprang nicht richtig über, um mein Hobby konsequent zu betreiben. Es sollte also noch etwas anderes sein – aber was?
Ende 2002 stieß ich auf einen Kurs für Orientalischen Tanz. Daraus wollte ich eigentlich «nur» eine Geburtstagsüberraschung für meinen Vater machen, dessen 50. Geburtstag im Oktober 2003 ins Haus stand. Für ein Geburtstagsgeschenk sind ein Jahr der Vorbereitung vergleichsweise viel, aber hier war das definitiv nicht der Fall! Mein Vater und die Gäste hatten während meines Auftritts keine Ahnung, wer sich hinter der verschleierten Tänzerin verbarg – bis ich mich dann zu erkennen gab.
Die Überraschung war bestens geglückt, der Kurs hatte seinen Zweck erfüllt. Doch mich hatte die Begeisterung gepackt! Ich wollte besser werden, und der Unterricht, den ich regelmäßig besuchte, bereicherte mein Leben ungemein. Als die Gruppe sich auflöste wechselte ich - zu Maya Saida (Heidi Bollinger), die mich bis heute unterrichtet und mich in vielen Dingen sehr geprägt hat. Ebenfalls eine sehr geschätzte Lehrerin ist Sybille Shams. Im März 2008 trat ich gemeinsam mit ihr in Sulzbach auf ihrer Gala «1001 Orientalische Nacht» auf. Das hat mir viel Freude bereitet – und, ganz ehrlich – darauf bin ich wirklich stolz.
Da mein Name so gar nicht orientalisch ist, was ich äußerst unpassend fand, um bei Auftritten angekündigt zu werden, entschied ich mich schließlich für meinen Künstlernamen Subaia (arabisch «kleine Löwin»).
Der Orientalische Tanz (englisch «Belly Dance», umgangssprachlich vor allem als «Bauchtanz» bekannt) drückt verschiedene Gefühle zur gleichen Zeit und auf einzigartige Weise aus: Er verbindet Weiblichkeit, Sinnlichkeit, Gefühl, Charme und Lebensfreude. Er verbessert das Körpergefühl und nimmt auf diesem Weg auch einen sehr positiven Einfluss auf die Seele der Tänzerin. Das Gefühl dafür, den Tanz wirklich aus der Körpermitte kommen zu lassen verdanke ich wesentlich einer weiteren Lehrerin, die nicht unerwähnt bleiben darf: Bei Reyhan (Frankfurt/Main) habe ich diese Erfahrungen in verschiedenen Workshops und Kursen gemacht.
Bei ganz verschiedenen Lehrerinnen lernen zu dürfen, ist mir ganz besonders wichtig – es geht ja darum, einen ganz eigenen Tanzstil zu entwickeln, nicht nur nachzueifern oder zu kopieren.
Was also ist der Orientalische Tanz? Für mich selbst kann ich die Frage ganz klar beantworten: Er ist mein liebstes Hobby – und zugleich Balsam für Körper, Geist und Seele.